Euch heute habe ich den Vormittag in Ljubljana verbracht. Die typischen touristischen Pfade habe ich aber verlassen, und bin zuerst in den Tivoli Park spaziert. Der Park verbindet heute zwei alte Parks rund um das Schloss Tivoli (früher Schloss Unterthurn) und um das Schloss Cekin.
Dann bin ich noch an den letzten Resten der römischen Stadtmauer von Emona vorbei gekommen. Leider wurde hier vom Architekten Jože Plečnik die Befestigungsanlagen “erneuert” - römisch ist da nur mehr das Baumaterial (siehe unten links und rechts in der oberen Reihe).
Am Nachmittag ging es dann nach Postojna. Erster Besichtigungspunkt war die Höhlenburg Predjama. Im 12. Jahrhundert wurde in die unzugängliche Felswand eine Burg gebaut. Der Wohntrakt der alten Burg lag an der Stelle der jetzigen Anlage, es ist übrigens die größte Höhlenburg der Welt.
Von Außen ist die Burg ja schon ein Hingucker - so an den Berg geschmiegt. Aber auch Innen fand ich das heute sehr interessant. Mit einem Audioguide bewaffnet, erkundet man (über viele unebene Treppen) die Burg, auch die Teile die wirklich in der Höhle dahinter liegen.
Bekanntester Burgherr war der Raubritter Erasmus von Luegg. Er hat es scheinbar sehr bunt getrieben und sollte verhaftet werden. Die Belagerung der Burg dauert über ein Jahr - durch das Höhlensystem konnte er sich scheinbar mit frischen Lebensmitteln versorgen. Und Wasser ist in Karsthöhlen eigentlich nie ein Problem. Ein Verrat hat ihn dann aber das Leben gekostet - und das auf der Toilette - dort schlug eine Kanonenkugel ein, just in dem Moment als er dort war (der Verräter in der Burg hatte mit einer Kerze ein Zeichen an die Belagerer gegeben). Wahrheit oder Legende für uns Touristen - Man weiß es nicht!
Danach ging es in die nahen Adelsberger Grotten - oder wie sie heute heißen “Die Höhlen von Postojna”.
Hier befindet sich die zweitgrößte für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt. Das gesamte Höhlensystem ist 24 Kilometer lang. Der erschlossene und ganzjährig für den Tourismus geöffnete Teil umfasst 5 km, wovon man 3,5 km mit einem Zug zurücklegt.
Schon 1213 ist der erste Besuch der Höhle belegt, bis 1884 konnten Besucher mit Kerzen die Höhle bestaunen. Dann wurde elektrisches Licht installiert. Auch unsere Kaiser kamen zu Besuch. 1857 kamen Franz Josef und Elisabeth, und die Grotte wurde nach ihnen umbenannt.
Meine Lieblings-Stalaktiten sind übrigens die, die aussehen als wäre es ein dünner in Falten gelegter Stoff. Ein Wahnsinn was die Natur alles vollbringt.