15.10.2026 - Tag 1 - Buenos Aires

Es ist endlich soweit, mein lang gehegter Wunsch in die Antarktis zu reisen wird endlich wahr! Aber bevor ich morgen mein Expeditionsschiff besteige hatte ich noch die Gelegenheit nach einem langen anstrengenden Flug Buenos Aires zu besichtigen.

Nach dem Einchecken im Hotel habe ich mich mit dem Hop-On-Hop-Off Bus aufgemacht um einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Das war auch definitiv die Richtige Wahl, denn zu Fuß hätte ich nicht so viel gesehen - und auch nicht gewusst was sehenswert ist und was nicht. 

Buenos Aires ist die Hauptstadt Argentiniens und wurde benannt nach der Heiligen Santa María del Buen Ayre (spanisch für Heilige Maria der Guten Luft). Sie liegt am Río de la Plata, einer trichterförmigen Mündung der Flüsse Río Paraná und Río Uruguay in den Atlantik. 

Die Stadt wurde am 2. Februar 1536 vom spanischen Konquistador Pedro de Mendoza gegründet. Die Namenswahl mit der guten Luft kommt übrigens wahrscheinlich daher, dass hier kein Malariagebiet war.

Ich gebe zu ich bin sehr positiv überrascht von der Stadt, ich bin nicht sicher was ich erwartet habe, aber so eine Vielfalt an Architektur, so viele Parks und nette Ecken war es nicht. Ich wusste zwar das Buenos Aires als Paris des Südens gilt, aber ich bin definitiv begeistert und könnte hier noch ein paar Tage verbringen. Mir war heute ja nur ein kleiner Einblick vergönnt, und vieles hätte ich gerne näher erkundet.

Das Teatro Colón, oben im Bild zu sehen, ist die Oper von Buenos Aires und zählt zu den fünf akustisch besten Opernhäusern der Welt.

Die Brücke Nicolás Avellaneda und Puente Transbordador, die unten als erstes Bild zu sehen sind, ist eine der wenigen Schwebefähren, die es weltweit gibt. Eine an der Brückenkonstruktion hängende Plattform, auf der die Fahrzeuge und Passanten standen, wurde über den Fluss hin und her gezogen.

Ich liebe ja die Details die man in einer Stadt findet, zB wie man oben sieht den Kabelsalat den man überall an den Masten bestaunen kann. Oder aber auch Pflanzen die man bei uns so nicht sehen kann wie dem Florettseidenbaum. Er blüht rosa, trägt dann Kapselfrüchte - und wenn die Aufplatzen sieht man die Kapselwatte (ähnlich wie bei unseren Pappeln nur viel größer) - siehe oben im Bild.

Der Turm oben ist der Torre Monumental, ein Glockenturm der eigentlich einmal Torre des Ingleses hieß. Aber nach dem Falklandkrieg war man auf die Engländer ja nicht mehr gut zu sprechen, also benannte man ihn um.

Es gibt hier so viel zu sehen, und so viele Geschichten zu erzählen. Unten rechts im Bild sieht an zB den Obelisken der an das Washington Monument erinnert, gleich dahinter kann man der Fasade des Gebäudes Eva Peron erkennen. Sie war die First Lady des Landes in den späten 1940er Jahren. Es gibt einen regelrechten Personenkult um sie, da sie sich sehr im sozialen Bereich für das argentinische Volk engagiert hat, und maßgeblich daran beteiligt war das auch Frauen wählen dürfen. Es hilft natürlich auch, wenn man dann früh (mit nur 33 Jahren) verstirbt.

Es gibt einiges an Gotteshäusern zu sehen, neben katholischen Kirchen habe ich eine recht große Moschee und auch diese orthodoxe Kirche erspähen können.

Was mich auch überrascht hat ist der Stellenwert des Pferdesports in Argentinien. Wir glauben ja Fußball sei hier das Größte - und ja man kommt nicht daran vorbei. Aber Polo ist hier eigentlich Nationalsport und Argentinien ist in diesem Sport (mit dem man ja eigentlich eher England assoziiert) unangefochten die weltbeste Nation. Es gibt auch eine Pferderennbahn und ich hätte Lust hier ein Rennen zu besuchen. 

Sogar “China-Town” gibt es hier zu sehen, das “Barrio Chino”. Es ist sehr kommerziell geprägt und hat sein eigenes Eingangstor.

Ich war aber auch sehr von den Kontrasten überrascht. Einerseits moderne Architektur und Wolkenkratzer die uns in Wien vor Neid erblassen lassen würden, und andererseits gefühlt 2x um die Ecke gefahren und da leben Menschen in Wellblechhäusern.

Ich liebe ja Wasser - und mein Favorit ist der Puerto Madero. Es ist der alte Hafen von Buenos Aires. Dort habe ich eine Pause von der Busfahrt gemacht und war in einem der unzähligen Lokale essen. Und da ich ja in Argentinien bin gab es Steak vom Grill. Schon bei der Fahrt vom Flughafen zum Hotel hat man uns ja gewarnt: Argentinien ist kein Land für Veganer und Vegetarier. Nach dem Studium diverses Speisekarten bevor ich mich für ein Restaurant entschieden hatte kann ich das nur bestätigen.

Ach ja und es gibt hier noch ein Highlight für mich: Die Brücke Puente de la Mujer (Frauenbrücke). Schon vom Bus aus habe ich erkannt: Das muss eine Calatrava Brücke sein. Wer meinen Reiseblog folgt weiß, ich bin ein Fan des Architekten Santiago Calatrava.

Und der nächste Ort den ich auch total schön fand das Ufer des Rio de la Plata. Man könnte meinen Kolumbus (unten in Bild) schaut aufs Meer hinaus, aber nein das ist “nur” ein Fluss. Es ist der gemeinsame 290 km lange und bis zu 220 km breite Mündungstrichter der großen südamerikanischen Ströme Paraná und Uruguay in den Atlantischen Ozean. 

Und wenn ich wieder in Buenos Aires sein werde (und ich komme sicher wieder) dann will ich in dem Gebäude unten im Bild essen gehen: Dem Club de Pescadores. Der Pier ist 50 Meter lang und liegt dermaßen malerisch. Außerdem esse ich ja gerne Fisch. 

Und zu guter Letzt: Der Fußball. Argentinien ist ein Fußballverrücktes Land. Das kann man der Stadtrundfahrt schon deutlich sehen. Man kommt vorbei am Estadio Monumental, es ist das größte Fußballstadion Südamerikas und bietet Platz für 84.000 Zuschauer. Es die Heimstätte von River Plate und dort befindet sich auch  eines der modernsten Fußballmuseen des Kontinents. 

Bekannter ist wahrscheinlich La Bombonera im Stadtteil La Boca. Hier ist alles in Blau-Gelb gehalten und Diego Maradona hat hier gespielt. Überall in der Stadt begegnet man aber nicht nur Maradona sondern auch Messi. Er hat ja am 7. Oktober seine Karriere im Nationalteam beendet, seit dem regnet es übrigens jeden Tag in Buenos Aires. Klar wenn der (nicht nur meiner Meinung nach) beste Fußballer seiner Generation seine Fußball-Nationalteam-Schuhe an den Nagel hängt. 

Wie schon geschrieben ich muss wieder hier her. Morgen gibt es noch eine geführte Stadtrundfahrt., bevor wir einschiffen. Ich bin gespannt was wir da noch sehen.