18.08.2026 - Tag 6 - Großglockner-Hochalpenstraße

Nach einem Tag Reise- und Erholungspause war ich heute wieder unterwegs, und zwar mit dem Glocknerbus samt Nationalpark-Ranger hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Hier ist man im Bundesland Kärnten und auf einer Höhe von 2.369 m. Der Glocker hat sich wieder hinter den Wolken rar gemacht - aber immerhin sind wir trotz des nicht ganz so prickelnden Wetters trocken geblieben.

Ich war ja jetzt das 3 mal hier heroben, in einem Abstand von ca. 2 Jahren, und ich bin entsetzt wie schnell die Pasterze (immerhin der längste Gletscher Österreichs) an Eis verliert. Wenn ich wieder in Wien bin, werde ich die Fotos der 3 Jahre einmal nebeneinander legen.

Der Aussichtspunkt ist übrigens nach dem Besuch des Kaiserpaares Franz Joseph I. und Elisabeth im Jahr 1856 benannt. Der 26-jährige Monarch wünschte die Pasterze zu sehen und wanderte von Heiligenblut vier Stunden lang mit Gefolge die 1.100 Höhenmeter hinauf.

Die heutigen Aufnahmen sind natürlich nicht nur dort entstanden, sondern auch während der Fahrt bzw, unseren Stopps entlang der Großglockner-Hochalpenstraße.

Was ich total spannend finde: der Weg über das Hochtor ist eine alte Römerstraße, ein sogenannter Säumerweg, der schon in der Hallstattzeit laut vorkeltischen Funden benutzt wurde. 1933 wurde beim Bau der Hochalpenstraße in 2600 m Seehöhe eine bronzene Herkulesstatuette aufgefunden und in weiterer Folge ein Passheiligtum entdeckt. Es gibt dazu auch ein kleines Museum nahe der Fundstätte. 

Man bräuchte eigentlich noch mehr Zeit auf der Straße, es gibt an allen möglichen Stellen kleine Museen. Die meisten habe ich sicher bei meiner ersten Glocknertour gesehen (aber da hatten wir ja sogar ein Gewitter, also haben wir mehr Zeit bei den kleinen Museen verbracht).

Die Tour selbst war wie immer sehr interessant - man lernt einiges über die Tier- und Pflanzenwelt des Alpenraums und auch über die Geschichte der Hochalpenstraße und des gesamten Gebietes. 

Diesmal habe ich einiges an Tieren gesehen, leider waren die großen Tiere diesmal sehr weit weg. Und es waren überraschend wenig Alpendohlen unterwegs. Da habe ich schon mehr gesehen.

Dafür gab es unzählige Murmeltiere zu bestaunen. Leider auch wieder genug “dumme” Touristen die die putzigen Kerlchen mit Karotten oder Äpfeln gefüttert haben. Ich verstehe das nicht - es ist völlig unverantwortlich die Wildtiere zu füttern, noch dazu mit etwas was hier gar nicht wächst! Wir sind über der Baumgrenze (den Apfelbaum muss man mir hier zeigen) und Karotten wachsen hier auch nicht. 

Hier ein Appell an Alle: Die Tiere nicht füttern - das gilt auch für Enten im Park: Wo bitte findet eine Ente gebackenes Brot oder Semmeln in der freien Natur! Das ist schädlich für die Tiere und sollte nicht verfüttert werden.

Hier noch die qualitativ nicht sehr tollen Fotos von Gämsen (oberes Bild) und Steinböcken (unteres Bild). Die Tiere waren wirklich weit weg, und ohne unserem Ranger und seinem Spektiv hätte ich sie nicht gefunden.

Also dann, bis zum nächsten mal Nationalpark Hohe Tauern. Ich bin begeistert und wenn ich wieder in der Nähe bin, dann komme ich sicher wieder.