16.08.2026 - Tag 4 - Unterwegs im schönen Land Tirol

Heute habe ich einiges unternommen. Dabei wollte ich sogar noch einen Punkt mehr auf die Liste setzen - aber das aufziehende Gewitter hat mich dann doch nach Kufstein zurück getrieben.

Mein erster Stopp war die Silberstadt Schwaz. Die Silber und Kupfervorkommen haben die Stadt reich gemacht. Zur Blütezeit des Bergbaus im 16. Jahrhundert war Schwaz eine der großen Bergbaumetropolen Europas, und mit über 12.000 Einwohnern nach Wien die zweitgrößte Ortschaft im Habsburgerreich.

Über der Altstadt thront Schloss Freundsberg aus dem 13. Jahrhundert. Das Altstadtbild ist extrem nett, leider war heute Sonntag und das Rathaus geschlossen - Der Innenhof soll mit seinen drei Stockwerken und efeubewachsenen Arkadengängen besonders Sehenswert sein.

Ich fand aber auch die imposante Stadtpfarrkirche von Schwaze extrem Sehenswert. Sie ist der größte gotische Bau in Tirol und noch weitgehend original aus dem Jahr 1502 erhalten.

Danach ging es weiter nach Wattens zu den Swarovski Kristallwelten - Oder wie ich es nennen würde “Kitsch - Kitsch - Noch mehr Kitsch”. Allerdings von der “Kältekammer” mit einer Temperatur von -10°C und Schneefall bin ich begeistert.

1995 schuf André Heller anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums der D. Swarovski KG die Swarovski Kristallwelten als Kunstmuseum in Form eines Riesen. Ich war vor Jahren schon einmal dort, und es hat sich doch einiges verändert. Es lag praktisch am Weg, und ich musste Zeit totschlagen vor dem nächsten Besichtigungspunkt - dort fährt nur alle 2 Stunden ein Bus hin, das musste genau getimt werden.

Das warten auf die richtige Verbindung - und der anschließende Aufstieg zum Schloss hat sich auf jeden Fall gelohnt. Schloss Tratzberg liegt markant über dem Inntal und gilt nicht umsonst als eines der schönsten Renaissance-Schlösser Tirols.

Und wir haben hier auch wieder unseren Habsburg Bezug: Das Schloss gehörte einmal Kaiser Maximilian - ja er begegnet uns irgendwie überall. Und weil das hier mal Habsburgisch war gibt es einen Saal der den Stammbaum der Habsburger zeigt - die letzten in der Linie Philipp der Schöne und Johanna la Loca - ihr Sohn Karl der V ist nur als Kind skizziert.

Und dieser Renaissance-Innenhof! Einfach ein Traum. Die Schlossherren (Die Grafen Enzenberg) wohnen hier ja noch immer, und kümmern sich schon in 3 Generation um den Erhalt des Schlosses. Eine schier unlösbare Aufgabe, es muss ständig renoviert werden. 

Was ich super finde - das habe ich ja schon einmal im Slowenien Reiseblog erwähnt - ich liebe es wenn die Räume so erhalten und möbliert sind wie sie einmal waren. Und das ist hier auch der Fall.

Nicht nur der Kaiser Maximilian war Besitzer des Schlosses. er tauschte es nachdem es nach einem Brand schwer beschädigt wurde gegen ein anderes Schloss - und somit kam es in der Hände der reichen Silberbergwerksbesitzer Tänzel (Hier der Bezug zu Schwaz wo ich heute in der Früh war)

Auch die reichen Fugger aus Augsburg nannten das Schloss einmal ihr Eigen - Interessanter Fakt am Rande, diese schlossen im Jahr 1626 einen Wasserleitungsvertrag mit dem Kloster St. Georgenberg - und dieser gilt bis heute.

Eigentlich wollte ich im Anschluss noch nach Hall und dort einen Stadtbummel machen, aber schon beim Abstieg vom Schloss war der Donner zu hören, und kaum war ich unten kam auch schon der Regen (und gottseidank auch der Bus). Auch jetzt wo ich diese Zeilen schreiben gewittert es über Kufstein. Aber ich muss eh wiederkommen, ich habe nämlich die Achenseebahn entdeckt. Mit der will ich auch einmal fahren, und den Achensee mit dem Schiff erkunden.