Ich habe beschlossen die 120km des Wiener Rundumadum Wanderwegs zu gehen. Es sind 24 Etappen, jede ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Insgesamt geht man ca. 120 km rund um Wien durch den Wiener Grüngürtel.
Die erste Etappe führt von Nussdorf bis zum Cobenzl. Ich gebe zu ich bin den Weg andersrum gegangen. Warum? Weil ich den Nasenweg hinauf zum Leopoldsdorf nicht mag. Er ist schon mühsam wenn man ihn hinuntergeht, aber hinauf finde ich ihn eine Qual. Und wahrscheinlich hätte ich dann spätestens beim Leopoldsberg aufgegeben.
Also bin ich rauf zum Cobenzl gefahren und habe die 7,6 km lange Etappe dort gestartet. Natürlich musste ich erst noch das Panorama über Wien (inklusive morgendlicher Dunstglocke) genießen. Und auch ein Blick auf das Etappenziel Kahlenberg war möglich.
Es geht erst einmal zur Kreuzeiche, diese ist ein historischer Wegknotenpunkt im Kahlengebirge, zwischen Latisberg und Vogelsangberg. Die alte Eiche existiert nicht mehr, es wurden aber am Rande der Wegkreuzung zwei neue Eichen neben einem Wegkreuz gepflanzt.
Bei dieser Kreuzung muss man gut aufpassen, viele unterschiedliche Routen führen hier durch. Es geht dann weiter über die Sulzenwiese zum Kahlenberg.
Erst kommt man noch beim Sender Kahlenberg vorbei. Er ist seit 1974 in Betrieb und 165m hoch.
Gleich daneben steht die Stephaniewarte, der 22m hohe Aussichtsturm war leider geschlossen, er ist nur am Wochenende begehbar. Der nach der Frau von Kronprinz Rudolf benannte Turm wurde 1887 errichtet. Dort endete auch die Zahnradbahn die auf den Kahlenberg geführt hatte.
Und weil man in Wien ja um die Kaiserin Elisabeth nicht herumkommt gibt es gleich um die Ecke auch ein Denkmal für sie: Die Kaiserin-Elisabeth-Ruhe, errichtet im Jahr 1904.
Und dann ist man plötzlich am Mittelmeer - Olivenbäume, ein nettes Kaffeehaus - Nur die Aussicht ist eine Andere - man schaut nicht hinab auf’s Meer sondern die Donau und Wien.
Man ist am Kahlenberg, hier wird man nicht nur durch die Josefskirche an die Befreiung Wiens durch das Entsatzheer unter König Sobieski erinnert. Im Jahr 1683 wurde die osmanische Bedrohung unter der Führung des Großwesirs Kara Mustafa Pascha gebannt. Der “Goldene Apfel” Wien wurde von der Belagerung befreit.
Aber genug der Geschichte, jetzt geht es zum Leopoldsberg. Vorbei an der Elisabethwiese (nicht nach mir benannt, hier kommt wieder die Kaiserin ins Spiel) und dem Kletterpark am Kahlenberg erreichen wir schließlich den Leopoldsberg.
Erst einmal landet man beim Kosakendenkmal, auch hier wird den Befreiern von Wien gedacht. In diesem Fall den Ukrainisch-Polnischen Kosaken die im Entsatzheer gekämpft haben.
Oje, doch noch mehr Geschichte (ich kann halt nicht anders), um jetzt alle zu verwirren - der Leopoldsberg hieß eigentlich Kahlenberg (der jetzige Kahlenberg hieß ursprünglich Sauberg). Daher heißt das Dorf am Fuße des Berges auch Kahlenbergerdorf.
Erst nach der Erbauung der Leopoldskirche 1679 beziehungsweise 1693 bürgerte sich dann der Name Leopoldsberg ein. Anscheinend wurde hier übrigens schon seit der Jungsteinzeit gesiedelt. Es gab hier auch eine Babenberger Burg. Auf dem Gelände der zerstörten Burg entstand im Jahr 1679 die Leopoldskirche und 1720 ein Schloss. Leider ist das Areal abgesperrt und man kann nichts besichtigen.
Den Nasenweg geht auf Carl Fürst de Ligne zurück, er mietete zwischen 1794 und 1814 einen Teil des Schlosses auf dem Leopoldsberg und ließ dort den ersten Fußpfad errichten.
Auf 1,3km Wegstrecke überwindet man in Serpentinen und Treppen 250 Höhenmeter. Das einzige schöne an dem Weg - man hat wunderschöne Aussichten auf Wien und das Kahlenbergerdorf.
Wenn man unten angekommen ist, kann man auch die Kirche am Leopoldsberg sehen - oben ist das fast nicht möglich.
Die letzte Wegstrecke führt der Donau entlang nach Nußdorf. Heute bei starken Gegenwind - die Donau sah aus als würde sie in die falsche Richtung fließen.
Obwohl bereits Ende September liegen hier noch einige Fluss-Kreuzfahrtschiffe vor Anker.
Zu guter Letzt landet man in Nußdorf und der Schemerlbrücke und das von Otto-Wagner entworfene ehemalige Schleusengebäude
Das war eine wirklich schöne Tour heute. Vielleicht schaffe ich nächste Woche die zweite Etappe des Rundumadum Wanderwegs.